CHINCHILLA VERHALTEN und SOZIALVERHALTEN

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RANGORDNUNG, HIERARCHIE, DOMINANZ BEI CHINCHILLAS

 

GRUNDLAGEN ( THEORIE )

 SOZIALVERHALTEN

MIT DEM MENSCHEN

 

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RANGORDNUNG : DEFINITION - ENTSTEHUNG - FUNKTION

Die Funktion der Rangordnung ist simpel : sie sorgt für Frieden und Stabilität in der Gruppe. Das ist die Basis um Energien für den Lebenserhalt, Nahrungs- und Futtersuche, Schutz und Aufzucht des Nachwuchses, Verpaarungsverhältnisse der stärksten Tiere, usw. geregelt ist. 
  • Die Rangordnung im Kleinen beginnt bereits in den ersten Stunden nach der Geburt - im Kampf um die Zitzen. Dies betrifft die Rangordnung im Überlebenswillen und Überlebenskampf der Babies untereinander.
  • Die Rangordnung im gesamten sozialen Verband wird mit dem Gewinn der Geschlechtsreife ein Thema. Also idR zwischen 5-8 Monate bei Chinchillas. 

In diesem Zeitraum entscheidet sich in der Natur, ob der Nachwuchs in der Gruppe bleiben darf, oder sie verlassen muß. Und wenn er bleiben darf, was seine Rolle im sozialen Verband ist. Mit der Stellung in der Gruppe entscheidet sich auch wer seine Gene weiter geben darf und wer sich unterordnen und andere Funktionen übernehmen muß (z.B.. Mithilfe bei Aufzucht des Nachwuchses, Wächterfunktionen für die gesamte Herde). 

RANGORDNUNG : EBENEN UND LEVEL

Rangordnung zeigt sich in vielen Bereichen. Der wichtigste Bereich betrifft das Überleben der Herde:
  1. Wer darf sich verpaaren und seine Gene weiter geben und verbreiten.
  2. Wer darf als erstes an Ressourcen in knappen Lebenssituationen
  3. Wer hat den besten "Draht" zum Alpha-Tier (Leittier), dem Versorger (Halter) in der Heimterhaltung und Zucht

Das ranghöchste Tier besteht auf seine Vorangstellung, wenn es ums Überleben geht. D.h. um die Durchsetzung von lebensnotwendigen Ansprüchen auf Nahrung, Lebensraum, Fortpflanzung, Gesundheit bei begrenzten Resourcen. Auf einer Ebene darunter gibt es im normalen täglichen Miteinander eine Reihe weiterer Mikro- und Subsysteme bei Chinchillas:. z.B.

  • wer ist der erste im Sandbad?
  • wer darf als erster an den Futternapf?
  • wer darf zuerst an die frisch aufgefüllte Wasserflasche?

Auf dieser Ebene der Mikrosysteme muß nicht immer das Alpha- oder Ranghöchste, oder dominanteste Tier der Herde in der Praxis auch immer an erster Stelle kommen. Es kann auch rangniedrigeren Tieren den Vortritt am Futternapf lassen, wenn es z.B. selbst noch nicht hungrig ist und die Nahrung nicht knapp ist. Entscheidend für die gesamte Hierarchie ist jedoch für ein Leittier sich in der Fortpflanzung und in kritischen ( lebenswichtigen ) Situationen durchzusetzen.

KÄMPFE UM DIE RANGORDNUNG - UNTERSCHIEDE BEI DEN GESCHLECHTERN

Die Rangordnungskämpfe fallen in meiner Beobachtung bei Weibchen und Böckchen jeweils unterschiedlich aus.

  • Während bei Böckchen viel Lärm um Nichts, laute Gesten ein große Rolle spielen, so laufen sie doch meist unblutig oder nur mit leichteren Verletzungen ab.
  • Die Kämpfe um die Rangordnung bei Weibchen sind nach außen weniger spektakulär, aber umso gefährlicher. Geht der Halter nicht dazwischen, kann es leicht zu tödlichen Attacken kommen.

NEUREGELUNG DER RANGORDNUNG

Ein Leittier garantiert Ordnung im sozialen Verband, die Weitergabe der fittesten Gene und den Schutz seiner Mitglieder. Es liegt in der Natur, daß die Kräfte eines Leittieres sich mit dem Leben verändern. Dabei kann es auch zu Veränderungen in der Rangordnung kommen:

  • Leittier wird von jüngerem Herausforder/In abgelöst und besiegt
  • Leittier stirbt
  • Leittier ist krank und / oder geschwächt
  • Leittier wird alt

RANGORDNUNG - AUSDRUCKSFORMEN - KISSEN BEI CHINCHILLAS

Wie immer gibt es eine Bandbreite von Ausdrucksformen. Die wohl für Chinchillas typische und weit vertraute für den Heimtierhaltung ist das Chinchilla Gegenüber als "Kissen" zu benutzen. Es wird von oben mit dem ganzen Körper bedeckt. Erst wenn das Tier unten ohne Widerstand diese Geste hinnimmt, herrscht Ruhe und Frieden. Bei Widerstand, hält die "Debatte" um die Rangordnung so lange an, bis ein Tier sich dauerhaft fügt.

LEITTIER - ALFATIER - DAS WICHTIGSTE TIER IM SOZIALVERBAND DER CHINCHILLA

© cam

DEFINITION

ALPHA-TIER ist die Bezeichnung für das an der Spitze einer Rangordnung stehende Tier. Es zeigt bei einer Konfrontation mit Gruppenmitgliedern Dominanz-Verhalten.

Omega-Tier ist die Bezeichnung für das am Ende einer Rangordnung stehende Tier. Es zeigt bei einer Konfrontation mit Gruppenangehörigen Subdominanz-Verhalten.


Die Begriffe "Leittier" und "Alpha-Tier" lassen sich in der Verhaltensbiologie analog verwenden. Wie sieht es nun bei unseren Chinchillas aus? Gibt es arttypische Leittiere?

Die körperliche Erscheinungsform legt auf den ersten Blick eine Rangordnung nahe: Chinchillas sind dimorph. Das heißt bei Chinchillas sind im Durchschnitt die Weibchen immer grösser als die Männchen. Inwiefern rechtfertigt das auch einen Überlegenheitsanspruch in der Gruppe?

Körperliche (physische) Überlegenheit ist ein wichtiges Kriterium in der Evolution. Ein größeres Tier hat mehr Überblick und es erkennt aufgrund dessen Fressfeinde eher. Eine vitale Eigenschaft für ein Fluchttier wie die Chinchillas, wie wir in TEIL 1 bereits gesehen haben. Es kann die Gruppe eher gegen Angreifer warnen, verteidigen, und auf sie reagieren.

Ich konnte bei meinen Chinchillas immer eine Hierarchie inklusive Subsysteme beobachten.
Das "wichtigste" Tier in der Gruppe war fast ausnahmslos das älteste Chinchilla Weibchen. 

ALFA-RÜDE BEI CHINCHILLAS?

Das Alpha- oder Leittier hat die führende Funktion in einem Sozialverband. Und bei Chinchillas ist es in der Regel ein Chinchilla Weibchen, daß die Funktion des Leittieres übernimmt. Daneben und darunter gibt es auch noch weitere bekannte Subsysteme in der Tierwelt. So läßt sich der Sozialverband darüber hinaus auch geschlechtsspeziefisch weiter aufgliedern.

SUBSYSTEM - BÖCKCHEN IN DER GRUPPE

Betrachtet man nur die Böckchen, so ist auch hier ein Subsystem mit Hierarchien und Rangordnung zu erkennen. z.B. das exklusive Privileg eines Chinchilla Böckchens, daß nur er sich mit dem Alpha-Weibchen paaren darf. Aus verläßlichen Fachquellen wird berichtet, daß Chinchillas vorwiegend monogam leben / gelebt haben. Das deutet zumindest auf eine SERIELLE MONOGAMIE hin, wie wir in TEIL 1 -> Sozialsystem > Paarungssystem bereits gezeigt haben. Diese kann für das Leben oder eine oder mehrere Paarungssaisonen in zwei Formen auftreten.

  • Soziale Monogamie  ( = gemeinsames Territorium, räumliche Paarbindung. Allerdings auch sog. "extrapair copulation" ).
  • Sexuelle Monogamie ( = exklusiv sexuelle Beziehung zwischen den Geschlechtern).

Es fällt schwer bei Chinchillas von einer sexuellen Monogamie auszugehen, zumal diese in der Tierwelt generell in der Minderheit ist (Ausnahme Vögel). Eine soziale Monogamie erscheint an dieser Stelle insgesamt wahrscheinlicher. Folgt man diesen Modellen so wäre im Chinchilla Familienverband zumindest für die Zeit der Brunst denkbar, daß das Leittier-Weibchen ein bestimmtes Böckchen zur Paarung bevorzugt. Da Chinchillas in sozialen Verbänden und teilweise auf engem Raum leben, wo sich mehrere Chinchilla Familien einen Unterschlupf teilen ( TEIL 1 > Natur > Fauna und Unterschlupf ), sind neben dem bevorzugten Böckchen auch noch andere Böckchen in der Gruppe, die keinen Fortpflanzungsanspruch erheben (oder erfolglos probieren), oder migrieren. Dem Deck-Böckchen des dominanten Weibchens kommt im Kreis der männlichen Belegschaft insofern eine herausragende Stellung für eine begrenzte Zeit zu, die die Bezeichnung Alpha-Böckchen rechtfertigen könnte. 

Leittier Weibchen versus Alpha-Böckchen

Wichtig: Eine Alfa-Böckchen ist das ersten Böckchen unter allen männlichen Gruppentieren. Es ist nicht automatisch auch das Leittier im Familienverband. Wie wir gesehen haben ( TEIL 1 -> Sozialsystem ) ist es bei Chinchillas nahe liegend und weitestgehend auch so beobachtet, daß ein Weibchen die Funktion eines Leittieres einnimmt. Damit ist sie das Alpha-Tier im gesamten Familienverband. In dieser Position steht sie ÜBER dem Alpha-Böckchen.

Ob und inwieweit dies bei Chinchillas der Fall ist, daß es Alpha-Böckchen gibt, ist nicht hinreichend überliefert. Es hängt auch bestimmt von der Überlebenssituation ab, wie wir bereits in TEIL 1 > Sozialsystem > Zusammenfassung gesehen haben. Eine bedrohte Tierart zeigt verändertes, angepaßtes Verhalten, um das Überleben der Art zu sichern.  Monogamie wäre hier ein Luxus. Eine Tierart unter normalen Umständen und ohne vitale Bedrohungslage fürs Überleben zeigt uns jedoch jene Verhaltensmuster, die wir als den Normalfall betrachten müssen.

RANGORDNUNG - WER IST DER BOSS ?!

Für die richtige Beurteilung und das Management von Rangverhältnissen und phasenweises Ungleichgewicht, muss der Halter erst einmal in der Lage sein die Rangordnung in der Gruppe richtig beurteilen zu können. Das ist nicht immer einfach, denn wie wir im Kapitel -> Domestikation I gesehen haben findet durch Massentierhaltung und Domestikation manchmal gar keine klare Hierarchie Bildung mehr statt. Die Sache wird noch komplexer, wenn man berücksichtigt, daß die Dominanz sich in den unterschiedlichen Funktionskreisen variieren kann. D.h. ein Chinchilla darf der Boss im Sandbad sein ist aber deshalb nicht zwangsläufig das Leittier der Gruppe. Am Anfang steht hier deshalb eine kleine Anleitung, oder besser gesagt eine Chance wie absolut Jeder, die Rangordnung der Gruppe ultimativ bestimmen kann. Eine zweite Variante wird vorgestellt werden, die allerdings schon ein bisschen ein geübteres Auge erfordert. 

Wer ist der Chef / Boss / tonangebende Chinchilla ??? ... ganz einfach!

Das Leittier zeichnet sich dadurch aus, daß es sich in den Momenten durchsetzt, in denen es wirklich wichtig ist. Das betrifft vitale Lebenssituationen.Es kommt auch in den besten Haltungen vor und jeder kennt es: der Schreck, wenn man als Halter feststellt, daß die Wasserflasche leer oder verstopft war. Die Chinchillas prüfen bereits immer wieder die Flasche und haben offensichtlich Durst. Der Zugang zum Trinkwasser wird zum vitalen Bedürfnis. Das ist natürlich keine schöne Situation, aber auch hieraus läßt sich vieles Lernen. Was das Verhalten betrifft, so kann jeder Anfänger und Neuling in der Chinchilla Haltung in dieser Situation ganz leicht das Leittier erkennen. Es ist das Chinchilla, das als erstes seinen Platz an der Wasserflasche für sich beansprucht. Und diesen Platz auch nicht freigibt und sich nicht abdrängen läßt von anderen Chinchillas, bis es hinreichend seinen Durst erst mal ganz egoistisch gestillt hat. Die anderen Tiere folgen je nach Platz in der Hierarchie in ihrer Gruppe.So einfach!

Mehr zum Thema Leittier und Alfatier:
> www.chinchilla-verhalten.de > TEIL 1 > Sozialsystem > Leittier
> www.chinchilla-verhalten.de > TEIL 2 > Rangordnung

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AUSGLEICH SCHAFFEN - UNGLEICHE MACHTVERHÄLTNISSE IN BALANCE BRINGEN


 

 

AUSGLEICH UND BALANCE IN DER CHINCHILLA GRUPPE
EINE ANLEITUNG FÜR HALTER 

von Claudia A Mooser

Was tun, wenn der Haussegen schief hängt? Dann sollte man sich natürlich fragen, ob die Gruppe insgesamt so nicht harmoniert - oder sind es nur vorübergehende Unruhen z.B. zu Zeiten der Pubertät. In dem Fall lohnt es sich mit den Tieren und der Gruppe intensiv zu arbeiten. Intensiv arbeiten bedeutet, man versucht das subdominante Tier stärken und aufwerten. Wohlgemerkt, das bedeutet als Ziel ist keineswegs eine Änderung der Rangordnung. Diese bleibt wie sie ist, und das sollte der Mensch meiner Meinung nach auch nicht ändern oder zu ändern versuchen. Es bedeutet nur, daß man Hilfestellung zur Aufwertung des subdominanten Chinchillas

Das Aufwendige daran (Bereitschaftsdienst zum richtigen Zeitpunkt):

Man muß immer zeitnah und unmittelbar in den Schlüsselmomenten eingreifen und regulieren, dh. in dem Moment, wenn Nr. 1 sich Nr 2. unterwirft. Sei es beim Aufreiten, aber auch in den anderen essentiellen Funktionskreisen im Verhalten, wie Fressen und Sandbaden.

Man muß prompt innerhalb von wenigen Sekunden zur Stelle sein

  • beim Aufreiten, das Alfaböckchen sanft mit der Hand runterschieben. Er wird verduzt gucken und es wieder versuchen. Man mußt konsequent sein
  • beim Leckerlie füttern: das Subdominante Böckchen zuerst mit einem Leckerlie belohnen
  • beim Sandbad : das subdominante Böckchen zuerst ins Sandbad lassen und das Alpfatier sanft aber bestimmt mit der Hand zurückschieben, wenn es zuerst rein will.

Nur Konsequenz führt zum Erfolg

In dieser Zeit muß das oben geschilderte Eingreifen ganz konsequent durch gezogen werden. Wohlgemerkt, die Handlungen dienen nicht zur Bestrafung für das Alfaböckchen. Nur Grenzen aufzeigen. Das Alfaböckchen soll auch weiterhin die Liebe und Respekt des Halters spüren. Man zeigt dem Alfatier nur jeweilige Grenzen gegenüber dem subdominanten Chinchilla, und das auch nur in konkreten Verhaltenskreisen. Der Halter übernimmt die Rolle des Stellvertreters für Nr. 2 um dessen Rechte zu stärken und zu etablieren. Man stärkt auf diese Weise auch das Selbstbewußtsein des Tieres und zeigt an seiner Stelle die Grenzen für das Alfatier auf.

Zwischen 3 Wochen bis 2 Monaten 

Chinchillas lernen genauso wie andere Lebewesen durch konsequente Wiederholung. Das oben geschilderte Vorgehen muß daher nicht nur konsequent, sondern auch wiederholt über einen längeren Zeitraum trainiert und eingeprägt werden. Erst das führt zu dauerhaftem Erfolg. Zum Glück sind Chinchillas sehr lernfähige, intelligente Tiere. Das alles dauert in meiner Erfahrung zwischen 3 Wochen bis 2 Monaten. Das geschilderte Vorgehen genügt in meiner Erfahrung, damit ein "normales" Gleichgewicht in der Gruppe wieder entsteht. Und damit Böckchen Nr. 2 sich so weit als vollwertige Nr. 2 etablieren kann, daß Nr. 1 nicht mehr wagt ihn als sexuellen Ersatzpartner und Ersatz für alles mögliche zu benutzen. leistet und damit der Nr 2 mehr Respekt zu verschaffen. Dies geschieht durch Autorität (Halter übernimmt Alfa-Position zur Regelung), Konsequenz und Zuwendung als Halter.

Zusammenfassung 

Der Erfolg liegt darin: Nr. 2 Respekt zu verschaffen und an seiner Stelle Grenzen aufzuzeigen ohne dabei Liebesentzug für Nr. 1 auszuüben. Klingt komplizierter als es ist. Alles was man im Endeffekt braucht ist Zeit und Geduld. ;-)

Geduld, Konsequenz, Hingabe und Liebe. Das klingt viel und ist dann doch wieder so wenig, wenn man beobachten darf, wie das Selbstbewußtsein das subdominanten Tieres wieder gesundet, und in die Gruppe wieder eine gesunde Machtbalance einkehrt.

Das ist meine Formel. Und so habe ich übrigens auch eine meiner friedlichsten, liebevollsten und stabilsten Böckchengruppen aller Zeiten bekommen. 

DER MENSCH ALS ALPHA-TIER?

Es gibt viele Theorien darüber, ob und inwieweit sich eine Tierhalter als Alpha-Tier positionieren kann und sollte. Ich bin zu dem Schluß gelangt, daß Chinchillas den Halter soweit als solches akzeptieren sollten, oder ihn/sie zumindest in dem Glauben lassen. Chinchillas sind so schlau! :-) Im Ernst, es ist wichtig als Halter in kritischen Situationen die oberste Autorität zu haben, v.a. wenn es um die Unterbrechung von Stimmungsübertragung und Aggressionswelle bei Chinchillas geht. Kein Chinchilla Leittier kann in einem begrenzten Raum in menschlicher Haltung eine Aggression so unterbrechen. Anders der Mensch als artfremdes Wesen. Vorausgesetzt er/sie kennt die richtigen Signale und hat den Respekt der Tiere (verdient über Vertrauen und gute Haltung. Nicht über Zwang). 

Der Chinchilla Halter sollte sich v.a. bei einer grossen Hobbyhaltung als Alphatier etablieren.

So kann er in kritischen Situationen wie Vergesellschaftung, Streit, Aggressionswelle, etc. effektiv und zeitschnell eingreifen und wichtige Grenzen festlegen bevor sie zur Gefahr für die Tiere selbst werden.

Führung durch Zwang oder Vertrauen?!

Es gibt verschiedenen Wege dies zu tun. Einmal über Zwang, Bestrafung und Machtausübung. Wie wir bereits in anderen Kapitel gesehen haben, ist der Mensch dem Chinchilla körperlich überlegen. Er kann es z.B. am Schwanz fassen und fixieren. In dieser Stellung ist jede Flucht für das arttypische Fluchttier Chinchilla unmöglich. Das ist nichts anderes als physische Macht ausüben.

Es gibt aber auch den anderen Weg, der viel länger dauert, über Respekt und Geduld, gute Haltung und Vertrauen. Auf CV und allen CI Projekten steht immer dieser Weg im Vordergrund. Mehr dazu im Kapitel Zahmheit und wie man die Sozialisation von halb-domestizierten Wildtieren wie unseren Chinchilla Schritt für Schritt fördern kann. 

Weitere Information:  Zahmheit (Kapitel III. Domestikation zum Heimtier)

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