CHINCHILLA VERHALTEN und SOZIALVERHALTEN

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CHINCHILLA LAUTE BESCHREIBUNG

  • Von der KÖRPERsprache gehen wir nun zur Chinchilla LAUTsprache. Im voran gegangenen Kapitel "Sounds" haben wir die Töne und Rufe unserer Chinchillas gehört und die Theorie dazu kennengelernt. In diesem Fall haben wir großes Glück - zum Thema gibt es eine aktuelle Studie zu den Lautäußerungen der Chinchillas von Dr. med. vet. Juliana Bartl. Wir erfahren hier mehr über die 10 Basislaute. Wie Frau Dr. Bartl selbst schreibt und sicher jeder Chinchilla Liebhaber vermutet - es gibt darüber hinaus noch viel mehr Laute. Diese Vorlage ist ein solider Anfang nach fachlichen Maßstäben und damit geeignet für die Sammlung weiterer Daten zu Lautäußerungen von Chinchillas. Die folgenden Informationen und Beschreibungen beruhen auf drei Quellen:
    1. Studie von Dr. med. vet. Juliana Bartl
    2. die neue Publikation der Autorin im GU-Ratgeber CHINCHILLAS (2008).
    3. meine eigenen Beobachtungen mit ein zur Chinchilla Haltung mit einem Bestand von rund 30 Tieren.

    ALARMRUF DER CHINCHILLA

    » Alarmruf «

    Sound - Beschreibung. Der Alarmruf ist einer der lautesten Rufe, den ein Chinchilla Halter bei seinem Tier wahrnehmen kann. Der „Alarmruf“ ist schrill und besteht aus einer homotypen, rhythmischen Lautfolge von bis zu elf Einzellauten, wobei der erste Ruf zugleich der lauteste ist.

    Die Information. Der Alarmruf der Chinchilla dient der Feindvermeindung. Von anderen Nagerarten weiß man, daß ihre Alarmrufe differenziert sind: z.B. "Achtung Feind aus der Luft", oder "Achtung, Feind am Boden". Der Ruf alarmiert die Gruppe vor akuter Gefahr. Er ist allerdings auch manchmal tagsüber zu hören, wenn die Tiere scheinbar schlafen. Es gibt Vermutungen, daß Chinchillas träumen, oder so leicht schlafen, daß sie auch in diesem Zustand auf gefährliche Irritationen sofort reagieren. Auslöser kann dabei auch sein, daß sich das Chinchilla erschreckt hat. In der Hauptsache dient der Alarmruf jedoch als Warnung an die Gruppenmitglieder: Vorsicht! Gefahr. Der Mensch kann nicht in jedem Fall nachvollziehen, was das Chinchilla alarmiert, ob Gerüche, Schatten, Lichtwechsel, Geräusche, abrupte Bewegungen... für die anderen Chinchillas ist er in der Natur eine überlebenswichtige Kommunikation. Ich konnte den Ruf bei meinen Chinchillas z.B. Wahrnehmen,

    Die Reaktion. Beim Erklingen des „Alarmrufs“ gehen alle Chinchillas in Hab-acht-Position bzw. reagieren unmittelbar mit dem Verlassen des Bodenbereich und fliehen auf oder in die Schlafhäuser. Dort verharren sie angespannt. Folgen keine weiteren Alarmrufe, dann gehen sie wieder ihren Tätigkeiten nach. 

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    SCHNALZLAUT DER CHINCHILLA - DEFENSIV ANATAGONISTISCHES VERHALTEN

    » Schnalzlaut «

    Beschreibung des Lautes. Der SCHNALZLAUT ist ein Einzellaut und klingt wie ein kurzes stoßartiges Schnalzen oder Husten.

    Die Information. Der Laut gehört zum sogenannten defensiven agonistischen Verhalten, ebenso wie der„Abwehrlaut“. Er bedeutet soviel wie Hör auf! Geh weg! Lass mich in Ruhe! Du nervst! Das ist zu fest! Das tut nicht gut! Der SCHNALZLAUT wird z.B. dann geäußert, wenn sich ein Chinchilla in seinem Schlaf gestört fühlt, wenn ein anderes Tier es bei der gegenseitigen Körperpflege übertreibt und zu grob ist, wenn ein Baby beim Säugen zu heftig zubeißt, oder wenn ein Halter sein Tier gegen seinen Willen krault, anfaßt oder hochhebt. Je länger die Störung anhält, desto mehr Schnalzlaute werden unmittelbar aufeinander abgegeben. Der Laut wird jeweils zusammen mit einem heftigen einmaligen Kopfschütteln gezeigt.

    Der Informant. Der Schnalzlaut kann von jedem Tier in der Gruppe geäußert werden, egal welchen Rang und Funktion es in der Gruppe einnimmt. Es ist ein Laut, der eine individuelle Situation eines Tieres zu einem anderen kommentiert.

    Die Reaktion. Der Laut ist so abrupt und unmißverständlich, daß das Gegenüber meist sofort reagiert und den zu intensiven Körperkontakt vermindert. Geschieht dies nicht auch wenn der Laut wiederholt wird, dann muß Chinchillapartner und Halter damit rechnen, daß er im nächsten Schritt gebissen wird. Für Chinchillahalter gilt - dieser Laut ist ein klares STOP-Signal. Jetzt nicht. Respektieren sie diesen "Wunsch" des Tieres und lassen sie es in dem Moment in Ruhe. Die langfristige Belohnung für sie ist das zunehmende Vertrauen ihres Chinchillas.

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    ABWEHRLAUT DER CHINCHILLA

    » Abwehrlaut «

    Beschreibung des Lautes. Der ABWEHRLAUT ist eher unauffällig und kurz. Er erinnert ein bißchen an ein Quäken. Anders als der Schnalzlaut wird er nicht im direkten Kontakt oder bei unmittelbarer Berührung benutzt, sondern über Distanz. 

    Die Information. Der „Abwehrlaut“ soll den Empfänger dazu anhalten sich zu entfernen oder den bisherigen Abstand einzuhalten.

    Die Reaktion. Beispiel: Ein Chinchilla genießt ein Sandbad und ein zweites nähert sich. Das badende Chin äußert den Abwehrlaut. Das hinzu gekommene Chinchillas wird daraufhin innehalten und sich nach einem weiteren Abwehrlaut zurück ziehen.

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    SCHREI DER CHINCHILLA

    » Schrei «

    Beschreibung des Lautes. Der „Schrei“ ist ein schriller, lauter Einzellaut mit deutlich höherer Grundfrequenz als alle anderen Laute. Man bezeichnet ihn auch als ANGST - oder PANIKSCHREI.

    Der Information. Chinchillas äußern diesen Schrei nur in höchster Aggression und Panik. Angst, Wut, und extremer Streß sind die Auslöser.
    Eine klassische Situation ist z.B. in der Gruppenzucht bei Hobbyleuten, wenn ein Weibchen Nachwuchs hat und ein weiteres in der Gruppe trächtig ist. Die Chinchillamütter empfinden dann extreme Konkurrenz aufgrund eines zu engen Reviers und dem kleinen Lebensraum in Gefangenschaft. In solchen Situationen, die Gruppe bitte umgehend auflösen, ansonsten besteht die Gefahr, daß ein Weibchen die Babies des anderen totbeißt.

    Der Informant. Er wird wie bereits erwähnt v.a. von weiblichen Chinchillas mit Nachwuchs gegenüber anderen Weibchen eingesetzt. Eine weitere Situation ist eine zu enge Haltung von zwei dominanten Böckchen. Das kann auch über Käfige hinweg die Situation sein. In dem Fall bitte die Käfige neu anordnen, am besten so, daß die beiden Böckchen keinen Sichtkontakt mehr zueinander haben. Der Schrei ist auch im Laufe von Vergesellschaftungen zu hören. In dem Fall bitte die VG nicht erzwingen, sondern abbrechen und lieber nach neuen Partnertieren Ausschau halten.

    Die Reaktion. Der Grund: all diese Situationen muß man sich so vorstellen, daß sich ein Tier in die Enge getrieben fühlt und mit diesem Schrei extrem reagiert. In der Natur verlaufen sich die Situationen von selbst, da genügend Raum besteht, damit die Tiere ausweichen, weglaufen und sich aus dem Weg gehen können. In der Hobbyhaltung ist der Raum dafür viel zu klein (auch in der größten Voliere!). Reagiert das Gegenüber nicht auf den Schrei dann kennt die Aggression keine Grenzen. In der Gruppe entwickelt sich sogar ein sog. Aggressionswelle in der plötzlich jeder jeden jagt, und wie ich es vor ein paar Jahren schon ausführlicher beschrieben habe. Das Gefährliche ist, daß sich Chinchillas auch in Aggression "hineinsteigern" können. Bei genügend Raum ist eine Deeskalation möglich. Aber nicht in einer begrenzten Haltung. Die Eskalation beginnt bei abgebissenen Zehen bis hin zu aufgerissener Kopfhaut zwischen den Ohren und totgebissenen Jungtieren. Danach sind die Aggressoren oft ebenso geschockt und ängstlich wie die verwundeten Tiere. Diese Dynamik der Aggressionswelle ist instinktiv und muß vom Halter SOFORT unterbrochen werden! Das früheste Warnsignal für solche gefährlichen Situationen ist der SCHREI, wenn er wiederholt in einer Haltung und Gruppe auftritt. Hören Sie diesen Laut, dann machen sie sich bitte die Mühe die Ursachen festzustellen und umgehend zu beseitigen. 

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    ZÄHNEKNIRSCHEN DER CHINCHILLA

    » Zähneknirschen «

    Beschreibung des Lautes : Das mechanisch erzeugte „Zähneknirschen“ erfolgt in homotyper Lautfolge.

    Die Information. Zähneknirschen ist auf den ersten Blick ganz einfach : Zähneknirschen = Schmerz. Aber so einfach ist das bei weitem nicht. Zähneknirschen hat nicht nur verschiedene - und das macht es schwierig - sondern auch sehr unterschiedliche Bedeutungen. Klar, zuerst muß der Halter sein Tier auf Schmerzen hin beobachten. Es gibt aber auch andere Situationen, die zum Glück weniger Anlaß zur Sorge bieten.

    • Zähneknirschen aus Schmerz
    • Zähneknirschen aus Angst und Einschüchterrungsgeste (Vergesellschaftung, Einfangen). Klingt wie Zähneklappern, das Chin stellt sich dabei auf den Hinterbeinen auf und macht sich möglichst groß. Die Vorderpfoten hängen nach unten oder erheben sich gegen das Gegenüber wie eine Boxergeste
    • Zähneknirschen als Drohung an der Reviergrenze (Von Käfig zu Käfig. Oder Chinchillas im Auslauf gegen Chinchilla im Käfig)
    • Zähneknirschen als Anzeige der Individualdistanz vor Artgenossen und Halter (Geh weg, Du kommst mir zu nahe!)
    • Zähneknirschen als Zeichen optimaler Entspannung und Genuß (Sonnenbad, Kuscheln)

    Der Informant. Erwachsene Chinchillas beiderlei Geschlechts. Von Babies habe ich diesen Laut noch nie wahrgenommen (ich hatte allerdings zum Glück bislang noch nie Babies mit Schmerzen). Erst von "pubertierenden" Jungtieren bei den ersten Rangordnungskämpfen.

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    LOCKRUF DER CHINCHILLA

    » Lockruf «

    Beschreibung des Lautes. Der „Lockruf“ ist ein Kontaktlaut zwischen erwachsenen Chinchillas. Er besteht meist aus zwei bis fünf Einzellauten, manchmal auch bis zu 10 einzelnen Lauten.

    Die Information. Dieser Laut bedeutet den anderen Chinchillas : Kommt her, ich habe was gefunden. Typische Situationen in denen er geäußert wird, ist wenn im Revier ein besonderer Leckerbissen oder neuer Gegenstand entdeckt wurde.

    Der Informant - wer ruft?! Ist die ganze Gruppe auf Entdeckungstour, dann ist der Lockruf abwechselnd von den verschiedenen Tieren zu hören, je nachdem, wer gerade etwas Interessantes gefunden hat.
    In solchen Situation hört man den Lockruf dann auch in Kombination mit dem POSITIONSLAUT.

    Die Reaktion. Wird der Laut von einer Chinchilla geäußert, so kommen andere Gruppenmitglieder herbeigelaufen. Oder sie setzen sich auf, richten die Ohren aufmerksam in die Richtung aus der die Nachricht kommt, nehmen Witterung auf, die Barthaare fangen an zu vibrieren und je nachdem kommen sie angelaufen. Es ist dabei auch zu beobachten, daß die anderen Tiere zum rufenden Chinchilla hinlaufen, die Näschen aneinander berühren - als würden sie hier nochmal eigens Detailinformation austauschen, oder genauer nachfragen, um dann zu genauer zu gucken, was der Rufer entdeckt hat.

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    SAUGLAUT BEIM CHINCHILLA

    » Sauglaut «

    Beschreibung des Lautes. Der SAUGLAUT gehört zu den Kontaktlauten zwischen Babies und erwachsenen Chinchillas.

    Der Information. Chinchilla Baby an Mutter. Ich bin noch am Trinken, bin noch nicht satt und hab noch Hunger.

    Der Informant - wer ruft?! Das Chinchilla Baby. Der „Sauglaut“ wird als homotype Lautfolge während des Saugens an der Mutter geäußert. 

    Die Reaktion. Der Laut bewirkt, daß das Muttertier still sitzen bleibt. So kann das Baby genügend Säugen bis es satt ist.  (...) Die Nutzung des „Sauglauts“ endete mit der Entwöhnung der Jungtiere i.d. Regel mit sechs Wochen.

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    KONTAKTLAUT JUNGTIER BEIM CHINCHILLA

    » Kontaktlaut «

    Beschreibung des Lautes. Der „Jungtierkontaktlaut“ wird ebenfalls als homotype Lautfolge, mit stark frequenzmodulierten Einzellauten geäußert.

    Der Information. Bin ein Chinchilla Baby, bin sauber und gehöre dazu.

    Der Informant - wer ruft?! Das Chinchilla Baby beim Nasenkontakt und während der Analstimulation durch erwachsene Tiere. Dies geschieht häufig, wenn Chinchillas bereits flügge sind und auf ein Brett hüpfen auf dem erwachsenen Chinchillas sitzen. Nach kurzem Nasenreiben wird der After ausgiebig beschnüffelt und von der Mutter auch gesäubert. Erfahrene Chinbabies kennen diese Prozedur bereits und strecken die Hinterbeinchen (als wollten sie auf Zehenspitzen stehen) und heben autmatisch den Schwanz nach oben zur Beschnüffelungsprozedur, begleitet vom JUNGTIERKONTAKTLAUT. 

    Die Reaktion. Der Laut bewirkt in meiner Beobachtung, daß die erwachsenen Chinchillas das Chinbaby als dazugehörig und harmlos erkennen und sofort akzeptieren. Die Nutzung des „Jungtierkontaktlauts“ endet ca. im Alter von zehn Wochen. Bei manchem Nachwuchs konnte ich allerdings beobachten, daß nach langer Zeit der Trennung und erneuter Vergesellschaftung, das nunmehr erwachsene Jungtier seiner leiblichen Mutter gegenüber wieder den Jungtierkontaktlaut äußert. Diese Beobachtung konnte ich sogar bei Familienzusammenführungen machen, wo die Kinder mittlerweile bereits 2 Jahre alt waren.

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    POSITIONSLAUT DER CHINCHILLA

    » Positionslaut «

    Beschreibung des Lautes. Der Positionslaut wird von Chinchillas sehr häufig geäußert. Er ist Teil ihres Erkundungsverhaltens und besteht aus bis zu 28 aneinander gereihten, leisen, hellen Einzellauten. Chinchillas geben den Positionslaut meist dann von sich, wenn sie in ihrem Revier unterwegs sind.

    Die Information. Die Funktion ist jedoch, daß die Chinchillas so den anderen in der Gruppe anzeigen, wo sie gerade sind. Er dient gleichzeitig dazu den Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern zu halten.

    Der Informant - wer ruft?! Der Positionslaut wird sehr gerne von den ranghöchsten Chinchillas geäußert, und von den besonders neugierigen Exemplaren mit starken Forscher- und Erkundungsdrang.

    Die Reaktion. Es ist jedoch selten, daß die Chinchilla Gruppe einen für den Menschen deutlich erkennbare Reaktion direkt auf die Lautäußerung wahrnehmen kann. Und so entsteht manchmal sogar der pfiffige Eindruck, daß ein Chinchilla mit sich selbst redet und vor sich hinbrummelt während es durch sein "Revier" streift. Der Positionslaut in Kombination mit anderen Lauten wird v.a. zusammen mit dem „Lockruf“ gezeigt. Dieser individuell modulierte Laut soll den Chinchillas einer Gruppe anzeigen, wo sich das lautäußernde Tier in der Voliere befindet.

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    SEXUALLAUT DER CHINCHILLA

    » Sexuallaut «

    Beschreibung des Lautes. Eine aus drei Einzellauttypen bestehende heterotype Lautfolge.

    Die Information. Bereitschaft zur Paarung. Der Laut wird zusammen mit einer seitlichen Schwanzbewegung und der Abgabe eines typischen Duftstoffs gääußert

    Der Informant - wer ruft?! Sowohl männliche als auch weiblichen Chinchillas vor dem Geschlechtsakt. Ich muß gestehen, daß ich den Laut bislang allerdings hauptsächlich nur von den Böckchen wahrgenommen habe. 

    Die Reaktion. Das Weibchen läßt - wenn sie bereits richtig hitzig ist - das Böckchen an sich heran. Es hebt den Schwanz und bietet sich in der Körperhaltung zur Paarung an. 

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    MEINE THESEN - BEOBACHTUNGEN - AUSBLICK

    © Claudia A Mooser

    CHINCHILLA KOMMUNIKATION IN CHINCITTA

    kommunizieren bislang auf 3 primären Ebenen und zahlreichen sekundären Ebenen (in meiner Beobachtung):

    1. ERSTE EBENE DER KOMMUNIKATION
      (konkret, speziefisch, detailliert, individuell, auch dialektspeziefisch je individueller Gruppe, Kolonie)


      • LAUTÄUSSERUNGEN =  die 10 Basislaute oben beschrieben. PLUS viele weitere Laute (s. Hinweis von Dr. Bartl in ihrer Disseration)
      • INFRASCHALL = für das menschliche Ohr NICHT hörbare Laute im tiefen Frequenzbereich
      • BARTHAARE = was oft als Näschenreiben beschrieben wird, ist meines Erachtens viel mehr, nämlich die eigentliche Kommunikation über die Tasthaare. Berührung, Bewegung und Vibration der Barthaare im Kontakt mit einem anderen Tiere vermittelt dem anderen Tiere detaillierte Information, konkret, präzise und innerhalb kürzester Zeit.
    1. ZWEITE EBENE DER KOMMUNIKATION
      (allgemein, weniger individuell, weniger Detailorientiert)


      • BODENVIBRATION
      • ANSPANNUNG DER MUSKELN
      • ... und vieles mehr

    Die zweite Kommunikationsebene bietet nur in Verbindung mit primärer Kommunikation ganz konkrete Information. Die Information auf der zweiten Ebene ist allgemeiner Natur. Es sei denn sie kann von den Tieren durch Gewohnheit und wiederkehrenden Situationen einer speziefischen Situation fortan exakt zugeordnet werden. 

    MEINE THESEN

    Es ist durch wissenschaftliche Studien belegt, daß Chinchillas nicht im Ultraschall-Bereich hören können. Das haben sie mit dem Menschen gemeinsam. Trotzdem konnte ich eindeutig eine konkrete Informationsübertragung ohne wahrnehmbare Lautstärke bei meinen Chinchillas zu verschiedenen Situationen und bei verschiedenen Chinchillagruppen eindeutig identifizieren. Daher meine Thesen:

    • Chinchillas haben zur Arterhaltung eine für Tiere besonders hoch entwickeltes Kommunikationssystem (ähnlich Prariehunden)
    • Chinchillas kommunizieren auch im INFRASCHALL Bereich 
    • Chinchillas kommunizieren im Dialekt speziefisch für ihre Familienverbände (ähnlich Wale)
    • Chinchillas reagieren in der Kommunikation mit dem Menschen höchst empfindlich auf den Tonfall
    • Chinchillas sind besonders empfänglich für musikalische Klangformen

    EIN WEITERER AUSBLICK : KOMMUNIKATION VON TIEREN IM SINNLICHEN GESAMTZUSAMMENHANG

    Kommunikation bei Tieren ist aus meiner Sicht eine komplexe Gesamtheit von Körper, Laute, Instinkt und Sinne. Wir Menschen sind getrimmt auf Sprache und visuelle Signale für das Verständnis unserer Umwelt. Tiere hingegen nehmen ihre Welt mit den verschiedenen Sinnen gleichberechtigt und gesamtheitlich wahr - ein Geruch kann in Kombination mit anderen Faktoren genauso viel bedeuten wie 1000 menschliche Worte.

    Die Kombination von Sinneseindrücken führt bei Tiere zu Information. Bei Chinchillas sind die Sinne wie wir gesehen haben in vielen Bereichen sehr sensibel und hoch entwickelt. Die Kombination aus verschiedenen Sinneseindrücken und die Wahrnehmung in kleinen Details erklärt Tieren die Welt. Details haben einen anderen Informationsgehalt für Menschen ("unwichtige Nebensache"). Detailorientiertheit:  Eine Eigenschaft, die wir Menschen vielleicht mal hatten und der Wandel der Zeit zu einer Mediengesellschaft und  anderen Anpassung an Werbung, Konsum und Internet Perzeption geführt hat. Information auf dem Internet hat NULL sinnliche Aussagekraft: sie riecht nicht, sie klingt nicht... es ist primitiv reduzierte BasisInformation. Tiere leben in einer anderen Welt. Voller Gerüche, Töne, Bewegungen, Lichtverhältnisse, Schwingungen des Bodens, und vieles mehr...

    Chinchillas sind zudem sehr soziale Wesen, und deshalb "Reden" sie natürlich auch. Chinchillas reden untereinander, sie reden mit fremden Chinchillagruppen, und sie kommunizieren mit anderen Tierarten. Und darüber hinaus entwickeln sie ein Kommunikationssystem zum Halter. Dies ist teilsweise so fortgeschritten und angepasst an das "Unverständnis" des menschlichen Halters (der Chinchillasprache), daß selbst Chinchillas zu rudimentären Symbolgesten in der Kommunikation zurück greifen, um Information zu vermitteln. Dazu mehr an anderer Stelle. 

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