| DIE GRUNDLAGEN SOZIALVERHALTEN MIT DEM MENSCHEN |
Kommunikation wird beim Menschen oft gemeinhin nur als die Verständigung durch das SPRECHEN verstanden.Kommunikation bei Tieren ist eine komplexe Einheit aus Lautsprache und Körpersprache, und noch viel subtileren Faktoren.
Chinchilla & Natur (Kapitel 1) | Chinchilla & Chinchillas (Kapitel 2) | Chinchilla & Mensch (Kapitel 3)
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KOMMUNIKATION Ist jede Veränderung in einem Empfänger (Perzipient oder Rezipient), die durch ein SIGNAL hervorgerufen wird. Nach Übertragung des Signals über einen Kanal wird es vom Empfänger decodiert (entschlüsselt) und bewertet. Biokommunikation = Intraspezifische Kommunikation
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Ich vermute aufgrund meiner Beobachtung zu Chinchillas eine Kommunikation auf nahezu ALLEN diesen Ebenen. Dies wird noch näher zu erläutern sein.
Chinchillas erkennen sich untereinander hauptsächlich am Geruch. Zur Erkennung wird der After beschnüffelt (ähnlich wie bei Hunden). Das kann man gut beobachten bei einem Chinchilla Muttertier und ihren Jungen. Leben diese nach Absetzen eine Zeitlang von der Mutter getrennt, und werden dann wieder (nach Wochen, Monaten, oder Jahren) zu ihr zurück gesetzt, so stutzt das Muttertier zuerst und wird dann den After beschnüffeln. So erkennt sie auch nach langer Trennung ihre Nachkommen wieder. Und daraufhin entscheidet sie ob ihrer Herde zugehörig oder Fremdling.
= die Kontaktaufnahme zu anderen Chinchillas. Jeder Chinhalter kennt es - zwei vertraute Chinchillas treffen aufeinander, ihre Näschen berühren sich, dann geht wieder jedes Chinchilla seiner Wege. Das Berühren der Näschen ist ein wichtiger Teil in der Chinchilla Kommunikation. Es hat eine komplexere Bedeutung. Es dient der Erkennung (Hallo, Du auch hier), der Rückversicherung (z.B. dies oder jenes Geräusch bedeutet keine Gefahr), dem Informationsaustausch (hab was Neues entdeckt).
Chinchilla Kommunikation findet auf mehreren Ebenen statt. Nur ein Teil davon ist für den Menschen wahrnehmbar oder bisher meßbar erfaßt worden. Ich unterscheide daher die folgenden Kommunikationsebenen, auf die ich bisher bei der Beobachtung zum Verhalten von meinen CHINCITTA Chinchillas und anderen Rückschlüsse gewinnen konnte.
PRIMÄRE EBENE
SEKUNDÄRE EBENE
TERTIÄRE EBENE
Aus den genannten Elemente ergibt sich oftmals eine HAPTISCHE KOMMUNIKATION. D.h. ein Zusammenspiel von verschiedenen sinnlichen Informationsflüssen, die zusammen zu einer konkreten Information führen, die von Chinchillas untereinander verstanden wird.
Kommunikation bei Tieren ist aus meiner Sicht eine komplexe Gesamtheit von Körper, Laute, Instinkt und Sinne. Wir Menschen sind getrimmt auf Sprache und visuelle Signale für das Verständnis unserer Umwelt. Tiere hingegen nehmen ihre Welt mit den verschiedenen Sinnen gleichberechtigt und gesamtheitlich wahr - ein Geruch kann in Kombination mit anderen Faktoren genauso viel bedeuten wie 1000 menschliche Worte. In der Verhaltensforschung spricht man auch von ne HAPTISCHE KOMMUNIKATION. Die Kombination von Sinneseindrücken führt bei Tieren zu Information. Bei Chinchillas sind die Sinne wie wir in TEIL 1 gesehen haben in vielen Bereichen sehr sensibel und hoch entwickelt. Die Kombination aus verschiedenen Sinneseindrücken und die Wahrnehmung in kleinen Details erklärt Tieren die Welt. Details haben einen anderen Informationsgehalt für Menschen ("unwichtige Nebensache"). Detailorientiertheit: Eine Eigenschaft, die wir Menschen vielleicht mal hatten und der Wandel der Zeit zu einer Mediengesellschaft und anderen Anpassung an Werbung, Konsum und Internet Perzeption und einem neuen Zeiterleben geführt hat. Information auf dem Internet hat NULL sinnliche Aussagekraft: sie riecht nicht, sie klingt nicht... es ist primitiv reduzierte BasisInformation. Tiere leben in einer anderen Welt. Voller Gerüche, Töne, Bewegungen, Lichtverhältnisse, Schwingungen des Bodens, und vieles mehr... Chinchillas sind zudem sehr soziale Wesen, und deshalb "Reden" sie natürlich auch. Chinchillas reden untereinander, sie reden mit fremden Chinchillagruppen, und sie kommunizieren mit anderen Tierarten. Und darüber hinaus entwickeln sie ein Kommunikationssystem zum Halter. Dies ist teilsweise so fortgeschritten und angepasst an das "Unverständnis" des menschlichen Halters (der Chinchillasprache), daß selbst Chinchillas zu rudimentären Symbolgesten mit universellem Geltungsbereich in der Kommunikation zurück greifen, um Information zu vermitteln. Dazu mehr an anderer Stelle.
In den vorangegangenen Kapitel habe ich die Kommunikation von Chinchillas in drei Ebenen unterschieden. Die Darstellung hier untersucht ausgewählte Kernelemente aus den verschiedenen Kommunikationsebenen: Laute, Gestik, Geruch, und Bewegung der Vibrissen.
CHINCHILLA LAUTSPRACHE MIT DEM MENSCHEN
CHINCHILLA KÖRPERSPRACHE MIT DEM MENSCHEN
CHINCHILLA KOMMUNIKATION ÜBER VIBRATION DER BARTHAARE MIT DEM MENSCHEN
CHINCHILLA GERUCHSKOMMUNIKATION MIT DEM MENSCHEN
Chinchillas entwickeln mit zunehmender Sozialisation eine tonale Kommunikation mit dem Menschen. Das ist nicht so ungewöhntlich wie dies klingt. Von Katzen weiß man, daß sie im Prozeß der Domestikation eigene Laute (Miauen) für die Kommunikation mit dem Menschen entwickelt haben. Meine These ist, daß Chinchillas dies ebenfalls in vielfältiger Weise tun. Diese Beobachtung konnte ich mit mehreren meiner Chinchillas machen. Lautäußerungen, die sie NICHT untereinander, sondern nur im Informationstransfer mit mir gezielt einsetzen, wiederholen, verwenden.
CHINCHILLA "SPRICHT" ZUM MENSCHEN
MENSCH SPRICHT ZUM CHINCHILLA (in Menschensprache)
MENSCH SPRICHT ZUM CHINCHILLA (in immitierten Chinchillalauten)
Beispiele aus der Praxis:
Beispiele aus der Praxis: