CHINCHILLA VERHALTEN und SOZIALVERHALTEN

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ERKUNDUNGSVERHALTEN UND ORIENTIERUNG DER CHINCHILLA


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DEFINITION - ERKUNDUNGSVERHALTEN


ERKUNDUNGSVERHALTEN
ist ein mulitfunktionelles Suchverhalten, das der Orientierung im eigenen Lebensraum → Territorium und darüber hinaus → Exkursion, dient. Im Gegensatz zum Appetenz- oder Aversionsverhalten ist Erkundungsverhalten auf unerwartete und unbekannte Reize gerichtet. Im Gegensatz zum Neugierverhalten erfolgt der Informationsgewinne ohne größere Manipulationen. 


ORIENTIERUNG IN NEUER UMGEBUNG

Chinchillas erkunden neues Terrain in Kreisen. Sie gehen von einem vertrauen, sicheren Punkt aus. Dieser kann der Käfig, Käfigeingang oder auch der Schoß des Halters sein. Von diesem sicheren Punkt aus erkunden sie in immer größeren Kreisen das unbekannte Umfeld. Zwischendrin kehren sie immer wieder zu ihrem sicheren Ausgangspunkt zurück. Erst danach wird der Erkundungskreis vergrößert.

DIE LANDKARTE IM KOPF DER CHINCHILLAS

Wie im vorangegangenen Punkt gezeigt, verläuft die Erkundung von neuem Terrain systematisch in immer größeren Kreisen ausgehend von einem sicheren vertrauten Punkt. Jeder Ausflug wird im Gedächtnis der Chinchilla gespeichert. Am Ende entsteht eine Landkarte im Kopf der Chinchilla.

Die Orientierung für Ausflüge in einem vertrauten Terrain und auf vertrauten Wegen erfolgt weitestgehend über ein im Gedächtnis gespeicherten Landkarte. Das ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich, denn aus Studien weiß man, daß auch Ratten sich entsprechen orientieren. Zudem bringt es den Vorteil für Fluchttiere, daß sie instinktiv schnell flüchten können, weil sie die Wege bereits kennen, und sich nicht erst nach geeigneten Fluchtwegen umsehen müssen. Das ist auch besonders wichtige für nachtaktive Tiere. Sie müssen ihre Sinne nicht zur Orientierung benutzen, sondern können auf die Landkarte in ihrem Kopf vertrauen und sich auf die schnelle Flucht konzentrieren. Alle Resourcen sind somit optimiert für den Ernstfall beim Überleben.

Wenn sich die Landschaft plötzlich verändert! Diese Landkarte im Kopf erklärt übrigens auch, warum Chinchillas oft bei Veränderung auf dem vertrauten Terrain gegen Gegenstände rennen, als wären sie blind. Das geschieht häufig wenn der Halter etwas in ihrem Umfeld umstellt, wie z.B. Möbel. Das hat in dem Zusammenhang auch nichts mit Sehkraft zu tun, sondern damit, daß Chinchillas, wie wir hier erläutert haben, sich nicht auf die Sehkraft beim Ausflug auf bekannten Wegen verlassen, sondern auf ihr Gedächtnis. Wird ein Möbelstück umgestellt, dann ist es in der Landkarte der Chinchilla so nicht verzeichnet. Das führt dazu, daß Chinchillas scheinbar blind gegen Gegenstände "am neuen, falschen Platz" laufen.

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