CHINCHILLA VERHALTEN und SOZIALVERHALTEN

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ANGEBOREN ODER ERLERNT BEIM CHINCHILLA ?!

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GRUNDLEGENDES

Die Fragestellung klingt einfach: Entweder- oder?!

Die Realität ist viel komplexer. Das zeigte bereits ein Gespräch mit Dr. med. vet. Juliana Bartl, die sich in ihrer Dissertation intensiv mit Chinchillaverhalten und der wissenschaftlichen Einteilung auf fachlicher Basis gewidmet hat. Die Frage ist - wodurch und inwieweit wird das Verhalten - in dem Fall von unseren Chinchillas - bestimmt: Von Erbe (Gen) oder Umwelt? Man spricht in der Verhaltensforschung von: 

  • Gen = geschlossenes Programm (angeboren)
  • Umwelt = offenes Programm ( erworben bzw. erlernt )

In der Forschung geht man von verschiedenen Modellen aus, u.a. von einer 50:50 Beeinflußung des Verhaltens. Tatsächlich lassen sich aber einzelne Verhaltensweisen gar nicht eindeutig zuordnen: die meisten Verhaltensweisen liegen faktisch dazwischen. Das erkennt auch mittlerweile die Forschung an.

Von der Theorie zur Praxis

Die folgenden Bespiele sind rudimentäre Vorstufen zur Einteilung und weiteren Differenzierung, wie ich sie hier in meiner Haltung beobachten konnte. Es sei an dieser Stelle jedoch ausdrücklich in gesunder Selbstbeschränkung darauf hingewiesen, daß ich in CHINCITTA gewisse "wissenschaftliche" Voraussetzungen aus Überzeugung im Sinne der Entwicklung der Tiere zur Datenerfassung ablehne.

Dazu zählen Experimente mit Erfahrungsentzug, sog. Deprivation oder Kaspar-Hauser-Versuche. So lehne ich auch eine strickte Trennung von Jungtieren von ihren Eltern in der Frühphase ab - um angeboren versus erlerntes Verhalten in der ersten Stufe besser differenzieren zu können. Dieser Kontakt ist für Lebewesen so wichtig, daß hier auf Wissenschaft zugunsten Lebensqualität für den Nachwuchs verzichtet wird. Dahinter steht auch die Überzeugung, daß gewisse wissenschaftliche Standards ihrerseits weit hinter dem intuitiven Verständnis bleiben. Das läßt uns objektiv im Bereich der Grauzone und Spekulation. Aber es erlaubt trotzdem eine logische Zuordnung analog zu anderen Tierarten - und dies wird hier versucht werden. Die Herausforderung Geist & Intuition etwas mehr Freiraum zu geben kann ja auch interessant sein, Tierliebhaber bereichern, und Spaß machen. ;-)

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DEFINITION : ANGEBORENES VS: ERLERNTES ( ERWORBENES ) VERHALTEN


© cam
Angeboren oder Erlernt?
  • Im Genom fixiert sind alle angeborenen Verhaltensanteile.
  • In der ontogenetischen Entwicklung erworbenen (erlernten) Verhaltensanteile.

    Letztere sind in einem Gedächtnis gespeichert. Sie können nicht durch Vererbung,
    sondern allein durch Überlieferung (-> Tradition) weitergegeben werde

NÄHERE BEGRIFFSBESTIMMUNG : ANGEBORENES VERHALTEN

 © cam
ANGEBORENES VERHALTEN
  • Verhaltensweisen, die nicht erlernt werden müssen
  • keine vorherigen Erfahrungen nötig
  • genetisch fixierte Programme für motorische Muster  (z.B. Putzen, Trinken, Balzen)
  • ab einem bestimmten Entwicklungs- oder Reifestadium zur Verfügung
  • für alle Individuen einer stammesgeschichtlichen Einheit invariabel vorhanden

Wie entwickelt sich angeborenes Verhaltenweisen?
  • durch Selektion in komplexen Gen-Umwelt-Beziehungen während der Evolution
  • durch Lernen und individuelle Gedächtnisbildung präzisiert
  • oder mit anderen erlernten Verhaltenseinheiten gekoppelt

Typsiche Beispiele

  • Taxien
  • Kinesen
  • Reflexe

... langfristige Anpassungen an stabile Umweltverhältnisse:

  • Fluchtreflex
  • Nahrungsaufnahme
  • Trinken
  • Putzen
  • Balzen
  • Fortpflanzung
  • Nestbau
  • Saugbewegungen eines Babies, usw.

Beachte: Angeborenes Verhalten muß nicht schon bei der Geburt nachweisbar sein. Es bildet sich oft erst in bestimmten Phasen der Entwicklung aus, sog. "Reifungsprozesse".

 Quelle: siehe Literaturverzeichnis


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